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Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache in Äthiopien

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Wahlordnung

paragraphenzeichen-01-200pxFür Wahlen bei Gemeindeversammlungen

Wahlordung der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in Äthiopien vom 6. Juni 2010

 

Kapitel 1: Allgemeine Regeln für Abstimmungen in der Gemeinde­versammlung

 § 1: Wahlberechtigung

(1)Jedes konfirmierte religionsmündige Mitglied der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in Äthiopien (im folgenden Text: Gemeinde) besitzt das aktive Stimmrecht. Es hat eine Stimme.

§ 2: Abstimmungen

(1) Der bzw. die Vorsitzende des Kirchenvorstands führt in der Regel die Abstimmungen durch. Er bzw. sie bestimmt dabei das jeweilige Vorgehen.

(2) Der Protokollant bzw. die Protokollantin hat vor der Abstimmung festzustellen, ob die Beschlussfähigkeit der Gemeindeversammlung vorliegt. Abstimmungen können offen oder geheim erfolgen. Auf Antrag von einem stimmberechtigten Mitglied der Gemeindeversammlung muss die Abstimmung geheim erfolgen.

 

Kapitel 2: Wahl der Mitglieder des Kirchenvorstandes

§ 3: Durchführung der Wahl

(1) Die Gemeindeversammlung ernennt durch Abstimmung den Wahlleiter oder die Wahlleiterin.

(2) Der Wahlleiter bzw. die Wahlleiterin führt die Wahl durch. Er / sie kann sich zwei Helfer oder Helferinnen zur Durchführung der Wahl berufen.

(3) Stehen nicht mehr Kandidaten und Kandidatinnen als zu wählende Positionen im Kirchenvorstand zur Wahl, kann eine offene Wahl durchgeführt werden. Eine geheime Wahl wird durchgeführt, sobald ein stimmberechtigtes Mitglied dies wünscht.

(4) Die Namen aller Kandidaten werden mit Nummern in der Reihenfolge der Vorschläge für alle Anwesenden sichtbar aufgelistet.

(5) Die Wahl eines Kandidaten oder einer Kandidatin erfolgt durch das Aufschreiben der entsprechenden Nummer auf den Wahlzettel. Jeder Wahlberechtigte kann jedem Kandidaten und jeder Kandidatin nur eine Stimme geben und kann maximal so viele Kandidaten und Kandidatinnen wählen, wie insgesamt Positionen im Kirchenvorstand zu besetzen sind. Wahlzettel, die damit nicht übereinstimmen, sind ungültig. Unausgefüllte Wahlzettel gelten als Enthaltung.

§ 4: Wahlvorschläge

Jedes bei der Wahl anwesende konfirmierte religionsmündige Mitglied der Gemeindeversammlung - mit Ausnahme des Wahlleiters bzw. der Wahlleiterin - kann einen Kandidaten oder eine Kandidatin, der / die Mitglied der Gemeinde, aber nicht anwesend sein muss, vorschlagen. Nicht anwesende, vorgeschlagene Kandidaten und Kandidatinnen müssen vorher schriftlich versichert haben, dass sie im Falle ihrer Wahl diese annehmen werden.

§ 5: Durchführung der Wahl

(1) Die Wahlzettel werden vom Wahlleiter oder der Wahlleiterin und seinen Helfern und Helferinnen eingesammelt und ausgezählt.

(2) Ein Kandidat oder eine Kandidatin ist gewählt, wenn er oder sie die meisten Stimmen auf sich vereint. Der nächste Kandidat bzw. die nächste Kandidatin ist gewählt, wenn er bzw. sie die zweithöchste Stimmenzahl erreicht. Entsprechendes gilt für weitere Kandidaten und Kandidatinnen, bis die Gesamtzahl der zu wählenden Vorstandsmitglieder erreicht ist. Für den Fall, dass zwei Kandidaten oder Kandidatinnen die gleiche Stimmenzahl erreichen, wird eine Stichwahl durchgeführt. Bleibt auch diese ohne Ergebnis, entscheidet das Los. Das Vorgehen dafür liegt in der Befugnis des Wahlleiters bzw. der Wahlleiterin.

(3)Das Abstimmungsergebnis wird vom Wahlleiter bzw. der Wahlleiterin der Gemeindeversammlung bekannt gegeben.

§ 6: Bestimmung des Vertreters /der Vertreterin der assoziierten Mitglieder der Gemeinde im Kirchenvorstand

(1) Die assoziierten Mitglieder der Gemeinde sind grundsätzlich frei hinsichtlich des Verfahrens zur Bestimmung ihres Vertreters oder ihrer Vertreterin im Kirchenvorstand. Es wird jedoch empfohlen, diese Wahlordnung analog anzuwenden.

(2) Der Wahlleiter oder die Wahlleiterin teilt der Gemeindeversammlung den Vertreter oder die Vertreterin der assoziierten Mitglieder der Gemeinde im Kirchenvorstand mit, der dort nur eine beratende und keine stimmberechtigte Funktion einnehmen kann.

 

Kapitel 3: Wahl des Pfarrers oder der Pfarrerin

§ 7 Auswahl und Wahl des Pfarrers oder der Pfarrerin

(1) Der Pfarrer oder die Pfarrerin wird von der Gemeindeversammlung geheim gewählt.

(2) Es gilt folgendes Verfahren:

   a) Ein Jahr vor Eintritt einer Pfarrvakanz wird die Pfarrstelle in Deutschland öffentlich ausgeschrieben.

   b) Der Kirchenvorstand legt der Gemeindeversammlung nach Prüfung aller Bewerbungen durch die EKD einen begründeten Wahlvorschlag von möglichst drei Bewerbern oder Bewerberinnen vor. Die Bewerber und Bewerberinnen sollen vor der Wahl nach Möglichkeit durch eine Predigt in der Gemeinde bekannt gemacht werden. Alle Gemeindemitglieder werden zu den Vorstellungspredigten persönlich eingeladen.

  c) Nach der Vorstellung der Bewerber und Bewerberinnen für das Pfarramt, die sich in der engeren Wahl befinden, findet die geheime Wahl im Anschluss an einen sonntäglichen Gottesdienst nach ausführlicher Aussprache statt. Hierbei sollen die Kirchenvorstandsmitglieder ihre möglichen zusätzlichen Informationen zu den Kandidaten und Kandidatinnen einbringen Der Kirchenvorstand kann eine Empfehlung aussprechen.

  d) Über die Wahl des Pfarrers bzw. der Pfarrerin entscheidet die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Wird diese von keinem Bewerber bzw. keiner Bewerberin erreicht, so findet eine Stichwahl zwischen den beiden Bewerbern bzw. Bewerberinnen mit der höchsten Stimmenzahl statt. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Kirchenvorstand mehrheitlich entweder unter Berücksichtigung aller Umstände, welchem Bewerber bzw. welcher Bewerberin er den Vorzug gibt oder ob es zu einer Neuausschreibung der Stelle durch die EKD kommen soll.

  e) Der neu gewählte Pfarrer oder die neu gewählte Pfarrerin muss die Wahl schriftlich annehmen. Er / sie tritt sein / ihr Amt gemäß den Entsendungsbedingungen und nach Bestätigung durch die  EKD an.

  f) Wenn die Gemeindeversammlung unter Verzicht auf ihr Wahlrecht mit Zweidrittelmehrheit die EKD bittet, einen Pfarrer bzw. eine Pfarrerin für sie zu berufen, so gilt dies als Gemeindewahl.

 

Kapitel 4: Sonstiges

§ 8: Inkrafttreten und Änderungen

(1) Diese Wahlordnung tritt mit Verabschiedung mit absoluter Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder der Gemeindeversammlung am 6. Juni 2010  in Kraft und tritt an die Stelle der bisher gültigen.

(2) Änderungen dieser Wahlordnung bedürfen der Zustimmung der Gemeindeversammlung mittels absoluter Mehrheit der anwesenden Mitglieder.

  

Pfarrer Martin Gossens, Vorsitzender des Kirchenvorstands und Leiter der Gemeindeversammlung

 Addis Abeba, den 6. Juni 2010

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