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Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache in Äthiopien

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Ein Weg zu Gott

gottesdienst01Gottesdienste haben einen festen Ablauf, der Einkehr und Gemeinschaft ermöglicht

Wer zum ersten Mal, oder nach langer Zeit wieder, einen Gottesdienst besucht, taucht ein in eine fremde Welt. Viele sind spontan fasziniert, auch wenn ihnen der Ablauf nicht vertraut ist. Die Musik, meist von der Orgel oder mit Posaunen, der Chor, die Formeln, die der Pfarrer oder die Pfarrerin spricht, die gesprochenen oder gesungenen Antworten der Gemeinde, die Lieder, Lesungen aus der Bibel und die Predigt entführen einen. Sie wecken Gedanken und Eindrücke, sie lassen einen zur Ruhe kommen.

Ermutigt in die Welt zurückkehren

Menschen erleben, dass im Gottesdienst ihr Alltag unterbrochen wird, und es tut ihnen gut. Darin liegt eine Wirkung des „Heiligen Spiels“ – so hat der Theologe Romano Guardini die Liturgie genannt, die Abfolge im Gottesdienst. Sie ist wie ein Weg, auf dem Menschen aus ihrem Alltag zu Gott gehen können und durch diese Begegnung ermutigt wieder in ihre Welt zurückkehren. Manche Teile des Gottesdienstes gehen zurück bis auf die frühe Christenheit der ersten drei Jahrhunderte.

Die Teilnahme am Gemeindegottesdienst ist ein wesentlicher Ausdruck christlicher Frömmigkeit. Rund 808 000 Menschen besuchen in Deutschland jeden Sonntag einen evangelischen Gottesdienst, an Weihnachten sind es sogar 8,4 Millionen.

Die Liturgie legt fest, dass die Teilnehmer in jedem Gottesdienst Gott anrufen und ihm Ehre geben, dass Menschen ihre Schuld bekennen und dass ihnen die Vergebung und die Gnade Gottes zugesprochen wird. Die Gemeinde betet für andere Menschen und ihre Probleme, sie bittet Gott um Beistand. Alle Besucher sprechen gemeinsam das Vaterunser, das Gebet, das die Welt umspannt. Für die Dauer dieses Gebets läutet eine der Glocken und verbindet die Gläubigen mit ihrer Umgebung.

In den Lesungen und in der Predigt liegt ein besonderes Geheimnis: Die Teilnehmer konzentrieren sich auf Christus, sie hören Gottes Wort und erfahren, wie es in ihrer Situation verstanden werden kann. „Allein Christus“ – die Einsicht der Reformation, dass er das entscheidende Wort sagt, das Menschen rettet, ihnen hilft und Maßstäbe setzt, kommt hier besonders zum Ausdruck.

Das Abendmahl verbindet – mit Christus und den Christen weltweit

Im Abendmahl begegnen die Teilnehmer Gott auf eine weitere Art, nicht nur durch Worte, sondern durch Brot und Wein. Dabei erinnern sie sich daran, dass Jesus selbst dieses Sakrament, ein heiliges Geschenk, eingesetzt hat. Das Abendmahl verbindet die Gemeinde untereinander und mit Jesus, mit den Menschen früherer Generationen wie auch mit den Christen überall in der Welt. Denn alle feierten und feiern sie im Abendmahl die Gemeinschaft mit Jesus und untereinander. Jeder Gottesdienst soll ein Fest sein, in dem Menschen sich über die Größe und die Freundlichkeit Gottes freuen. Am Schluss wird über allen der Segen ausgesprochen.

 

aus: Homepage der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

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