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Der Müllmann Gottes

Müllmann01Helmut Wochner (Balingen) ist freikirchlicher Pastor – mit großer Leidenschaft. Doch an zwei Tagen in der Woche kümmert er sich auf einem Wertstoffhof in Stuttgart um den Müll anderer Menschen. Wie geht das zusammen?

Wochners Gemeinde, die pfingstkirchliche Gemeinde Gottes in Balingen, ist klein. Sie hat nur 28 Mitglieder. Weil in einer Freikirche alle anfallenden Kosten aus freiwilligen Spenden bestritten werden, reicht das Geld nur für eine halbe Stelle für ihn. Den anderen Teil seines Lebensunterhaltes verdient der 58-Jährige in der Abfallwirtschaft. Dort ist er seit 24 Jahren tätig; in der Gemeinde trägt er seit 2007 die Verantwortung. Über seinen damaligen Religionslehrer kam Wochner als Jugendlicher zunächst mit der Gemeinde Gottes in Villingen- Schwenningen in Kontakt: „Die Menschen hatten Interesse an mir.“ So wollte der damals 17-Jährige auch werden.

Was ein Gebet bewirkte

Der dortige Pastor betete mit ihm. Es folgte ein Prozess der Veränderung. Fortan engagierte er sich ehrenamtlich in der Gemeinde Gottes im näher an seinem Wohnort gelegenen Balingen. In einem Gottesdienst mit einem Bibelschullehrer aus England hatte er ein Berufungserlebnis. Ihm wurde klar: „Gott will, dass ich ihm mein Leben ganz zur Verfügung stelle.“ Um die Bibel besser kennenzulernen, besuchte er das damalige Europäische Bibelseminar seiner Freikirche in Rudersberg bei Stuttgart. Nach Abschluss der dreijährigen Ausbildung engagierte er sich zunächst ehrenamtlich in verschiedenen Gemeinden in Baden-Württemberg. Doch er musste ja auch Geld für den Lebensunterhalt verdienen. In seinen Beruf als Radiound Fernsehtechniker wollte er nicht zurückkehren.

Salz & Licht zwischen Müllcontainern

Deshalb absolvierte er eine weitere Ausbildung zum „Ver- und Entsorger Fachrichtung Abfall“. Rohstoffgewinnung durch Abfallsortieren. Auch damit tut er der Schöpfung Gottes etwas Gutes. Diese Entscheidung hat er nie bereut. Wichtig ist ihm der Kontakt mit Menschen: „Auch zwischen den Müllcontainern kann ich als Christ Salz und Licht sein.“ Wie das? Er begegnet seinen Kunden mit Wertschätzung. Und er tröstet sie. Etwa wenn Kunden einen Haushalt auflösen müssen, weil es einen Trauerfall gab. Natürlich ärgert er sich auch manchmal, wenn Elektroschrott oder Sperrmüll nicht dort landen, wo sie hingehören, oder Kunden versuchen, gut erhaltene Waren an sich zu nehmen: „Das dürfen sie nicht. Das ist Diebstahl. Was im Container landet, gehört der Stadt Stuttgart.“ Wer dennoch gegen die Regeln verstößt, wird von Wochner nicht mit der Härte des Gesetzes bestraft, sondern hört auch schon mal eine kurze Belehrung zum Thema Gnade. 2005 kehrte er nach Balingen zurück, um in der Gemeinde dort zunächst ehrenamtlich zu arbeiten.

„Die Menschen brauchen Jesus“

Zwei Jahre später berief sie ihn zu ihrem Pastor. Sein Hauptanliegen ist es, als Pastor die Gesellschaft mit dem Evangelium zu erreichen. Es werde so viel gelogen und betrogen. Jeder sei auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Christen könnten mit ihrem Lebensstil dagegenhalten: „Die Menschen brauchen eine Veränderung von innen heraus – sie brauchen Jesus Christus.“ • qqgemeindegottes-balingen.de

Klaus Rösler aus idea spektrum

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