Kopf

Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache in Äthiopien

A- A A+

Vergebung führt zu Versöhnung

hände verbinden 200pxfür unser Land und unsere Gemeinde

Jesus wurde bei seiner Kreuzigung aufs Äußerste gequält, ja seine Peiniger hatten offensichtlich sogar Spass daran.  Trotz all dieser Qualen vergibt Jesus seinen Folte-rern „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“  (Lk. 23:34).

Unglaublich – nicht?

Wir aber nennen uns Christen, Nachfolger Jesu, also sollten auch wir vergeben kön-nen! 

Wir sprechen im Vaterunser Jesu Gebet nach, bitten Gott um Vergebung unserer Schuld und behaupten im selben Satz „wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“  (Evangelisches Gesangbuch 789.6)  - tun wir das?   

Im Evangelium nach Matthäus spricht Jesus von uns sogar in der Vergangenheit, denn da steht wörtlich „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir allen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind.“ (Mt. 6:12, Gute Nachricht Bibel).   Mit anderen Worten, wenn wir im Vaterunser Gott um Vergebung bitten, sollten wir unseren Schuldigern schon vergeben haben!

Wir alle wissen, dass das nicht so einfach ist, wie’s sich liest oder gar ausspricht, aber das ist es,  was Jesus von uns in der Nachfolge erwartet!   

Und Jesus bekräftigt das, als Petrus Ihn fragt, wie oft er denn seinem Bruder verge-ben müsse „Sieben Mal?“ und Jesus antwortet „Siebzig mal sieben Mal“!  (Mt. 18:21-22).    Das ist ja wohl deutlich genug.

Vergebung hilft besonders auch dem Vergebenden, denn sie befreit:  negative Ge-fühle, wie Verbitterung oder gar Hass verschwinden, man ist erleichtert.

hände reichen

Man sieht den Schuldigen nicht mehr nur als Gegner, sondern wiederum als Mensch und versucht vielleicht sogar zu verstehen, warum es zur Auseinandersetzung kam, und erkennt dabei möglicherweise auch den eigenen Beitrag, die eigene Schuld.

Vergebung ist der erste Schritt zur Versöhnung – und das ist das, was wir hier in diesem Land bitter nötig haben, aber auch in dieser Gemeinde brauchen: Versöh-nung! 

Deshalb möchte ich noch einmal an die Jahreslosung 2015 erinnern, die mir meines Erachtens gerade in diesem Jahr noch viel wichtiger erscheint: 

Nehmt einander an wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob!

(Röm. 15.7):

Wir sollen uns gegenseitig akzeptieren so wie wir sind, mit unserem unterschiedli-chen kulturellen Hintergrund, unserer unterschiedlichen Herkunft und nicht zuletzt mit unserem unterschiedlichen Charakter und Temperament.  

Diese Vielfalt ist es doch, was dieses Land und unsere Gemeinde belebt und prägt!  

Das konnten wir während unserer Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der Kreuzkirche und während unseres Jubiläums-Gottesdienstes erfreulicherweise alle hautnah erleben.   Und diese kulturelle Vielfalt können wir im Gottesdienst am 13. November erneut erleben wenn die Malerin Tizita Berhanu ihr neues gigantisches Werk vorstellt:  Maria & Joseph mit Jesus auf der Flucht.  

Ich möchte mit einem Gebet schliessen:

Herr Jesus Christus, wir danken Dir, dass Du uns Deinen Heiligen Geist gesandt hast um unsere Herzen für Vergebung zu öffnen.  Leite Du uns auf dem Weg zur Versöh-nung.  Schenke Du die nötige Weisheit den Leitenden beiderseits und dem Volk in diesem Land und in dieser Gemeinde zur Konfliktlösung und Versöhnung.

Wir danken Dir für Deinen Frieden, den Du uns zugesagt hast. 

Amen.

Martin Grunder

Suche

Anmeldung